In den meisten Ländern – Österreich, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Schweden (in gewissem Maße Belgien) – spielen sektorale Verhandlungen eine dominierende Rolle bei der Festlegung von Löhnen und anderen Bedingungen, auch wenn ihre Zusammensetzung sehr unterschiedlich sein kann. In Dänemark gibt es ein einziges Abkommen für den Einzelhandel, aber mehrere in den anderen Ländern. So gibt es beispielsweise zwei Vereinbarungen über den Einzelhandel in Österreich (für Arbeiter und Angestellte) und Bulgarien (für Handel bzw. Einzelhandel) und drei in Italien (für mittlere und große Einzelhändler, kleine Einzelhändler bzw. Genossenschaften). In Norwegen und Schweden gibt es eine Hauptvereinbarung sowie eine Reihe von Vereinbarungen, die eine Reihe spezifischer Teilsektoren oder Arbeitnehmerkategorien abdecken. In den Niederlanden finden Verhandlungen im Einzelhandel auf subsektoraler Ebene statt. In Deutschland werden sektorale Vereinbarungen auf regionaler Ebene geschlossen. Schließlich gibt es in Spanien eine Vielzahl von sich überschneidenden Vereinbarungen, die bestimmte Teilsektoren oder Betriebsarten abdecken und unterschiedliche gebietshohe Erfassungen (national, regional oder provinziell) aufweisen. In Ungarn und Lettland zeichnen sich sektorale Tarifverhandlungen ab, obwohl formelle Vereinbarungen über Löhne und Bedingungen noch nicht getroffen wurden – in Ungarn geben die Sozialpartner im Einzelhandel jedoch Lohnempfehlungen ab. Auch in Frankreich finden sektorale Verhandlungen statt, mit Vereinbarungen, die mehrere Teilsektoren abdecken, aber es ist nicht die wichtigste Ebene der Verhandlungen im Einzelhandel. Ab 1947 handelte das Bureau of Labor Statistics (BLS) unter dem Mandat des Taft-Hartley Act, auch bekannt als Labor-Management Relations Act, um Tarifverträge (CBAs) anzufordern und öffentlich zugänglich zu machen.

Im September 2007 wurde die Verantwortung für die weitere CBA-Sammlung und Wartung innerhalb des US-Arbeitsministeriums offiziell von der BLS auf das Office of Labor-Management Standards (OLMS) in der Employment Standards Administration (ESA) übertragen. Diese Tarifverträge wurden mit großzügigen Mitteln aus dem Digitizing Historical Records Grant der National Historical Publications and Records Commission, 2014-2016, digitalisiert. In jedem Fall wurde das beste verfügbare Original für die Digitalisierung ausgewählt. In einigen Fällen sind Originalseiten schwer zu lesen, teilweise abgeschnitten oder fehlen. Eine Tabelle mit den zuvor auf DigitalCommons@ILR und deren Metadaten zur Verfügung gestellten BLS-Verträgen finden Sie hier. Informationen zu Tarifverträgen finden Sie in unserem Leitfaden Arbeitsgewerkschaften und Internet, Tarifverträge. So ist beispielsweise Teilzeitarbeit derzeit im Einzelhandel in Italien ein sehr kontroverses Thema. Die Tarifverhandlungen auf nationaler Ebene haben ergeben, dass Teilzeitverträge von weniger als 16 Stunden pro Woche (acht Stunden für Studenten) im Einzelhandel nicht in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus wollen zahlreiche Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit erhöhen oder in Vollzeit wechseln, um ihr Einkommen zu erhöhen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, werden jährliche Analysen im Rahmen von Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene bei einigen Einzelhändlern durchgeführt, um zusätzlich zu den vertraglichen Arbeitsstunden die zusätzlichen Arbeitsstunden von Teilzeitbeschäftigten zu ermitteln.

Übersteigen diese Zusatzstunden ein bestimmtes Niveau, so erhöht sich die Arbeitszeit der Teilzeitbeschäftigten, so dass sie sich allmählich dem Vollzeitbetrag nähert.