Die heutige Einigung sieht Entgeltsteigerungen für alle Beschäftigten in zwei Stufen vor: Zum 1. November 2019 von 4,1 Prozent, davon ein Prozent für die neue Entgeltordnung, und zum 1. Februar 2021 von weiteren drei Prozent. Auszubildende erhalten die geforderten 130 Euro mehr in zwei Stufen sowie jeweils drei freie Lerntage in den ersten beiden Ausbildungsjahren. Außerdem eine 450 Euro Prämie zum Berufsstart. Die neue Entgeltordnung wird zum 1. Januar in Kraft treten und vielen Berufsgruppen weitere Verbesserungen bringen. „Wir sind froh, diesen umfassenden und für alle Beschäftigten sehr guten Tarifabschluss gemeinsam mit ver.di erreicht zu haben“, so die beiden AGU-Vorstände Gabriele Sonntag und Prof. Dr. Udo X.

Kaisers. Mit den Regelungen für den Pflege- und Funktionsdienst stärken die Arbeitgeber der vier baden-württembergischen Uniklinika den Pflegeberuf und wirken dem Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegen. „In Kombination mit der vorgesehenen neuen Entgeltordnung, die ab Anfang 2020 greifen soll, sprechen wir von einer Vergütungssteigerung für die Pflege von insgesamt 13 bis 22 Prozent“, bestätigen die AGU-Vorstände. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation, in der sich alle vier Uniklinika aktuell befinden, stellt dieser Tarifabschluss einen Kraftakt dar: „Wir sind bei der heutigen Verhandlung definitiv an unsere wirtschaftlichen Grenzen gegangen“, betonen Gabriele Sonntag und Prof. Udo X. Kaisers. Der Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Universitätsklinika e. V. (AGU) und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben in der dritten Verhandlungsrunde für einen neuen Entgelttarifvertrag einen Durchbruch erzielt. Die vier baden-württembergischen Universitätsklinika in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm sind Motoren des medizinischen Fortschritts. Sie nehmen im bundesweiten Vergleich Spitzenpositionen ein und besitzen zum Teil europa- und weltweite Alleinstellungsmerkmale wie beispielsweise das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Die Universitätsklinika betreiben Hochleistungsmedizin, Krankenversorgung, Forschung und Lehre im Dienste des Menschen.

Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz und der damit garantierten Refinanzierung hatte der Gesetzgeber den Tarifpartnern faktisch den Auftrag erteilt, die Pflege am Bett deutlich zu stärken. Deshalb wurde heute für diese Bereiche vereinbart, die Gehälter für alle Pflegekräfte zusätzlich um 200 Euro zu erhöhen. Die enge Zusammenarbeit der Universitätsklinika mit den Medizinischen Fakultäten und den Universitäten gewährleistet die Verbindung der Krankenversorgung mit Forschung und Lehre. Derzeit werden rund 14.000 Medizinstudentinnen und -studenten ausgebildet.